Fakten und Meinung

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Holger Eich

Wie verbreitet ist körperliche Gewalt gegen Kinder in Österreich? (Blog vom 02.08.2014)

Jedes 4. Kind in Österreich gibt an, von körperlicher Gewalt in der Familie betroffen zu sein.

Grundsätzlich ist die Frage, wie viele Kinder von körperlicher Gewalt in der Familie aktuell betroffen sind, nicht leicht zu beantworten. Befragt man Eltern, ob sie ihre Kinder schlagen – so zeigt sich, dass Anfang der 90er-Jahre 4 % der Mütter und 5,2 % der Väter mit einem Vorschulkind angaben, dieses mit Gegenständen zu schlagen oder zu prügeln. Solch schwere körperliche Gewalt geben inzwischen immerhin noch 1,7 % der Mütter und 1,1 % der Väter zu (n. Bussmann et al., 2009).

Von der Anwendung „leichter körperlicher Gewalt“ (z. B. Ohrfeigen, „Klapse“) berichteten 1991 noch 30,5 % der Mütter und 17 % der Väter von Kindern im Vorschulalter, während im Jahr 2008 nur noch 4,1 % der Mütter und 2,2 % der Väter diese zugaben (ebd., S. 35). Dies mag einen tatsächlichen Rückgang an Gewalt reflektieren, womöglich bedeutet es aber nur, dass es inzwischen verpönt ist, so etwas öffentlich in Befragungen „zuzugeben“.

Bussmann et al. haben daher auch Kinder und Jugendliche in Österreich selbst über ihre aktuellen Gewalterfahrungen befragt und fanden folgende Ergebnisse:


Insgesamt geben die Jugendlichen selbst an, dass 29,1 % von ihnen körperstrafenfrei erzogen werden und 45,8 % konventionell. Jedes 4. Kind gibt an, in einer gewaltbelasteten Erziehungsform groß zu werden (25,0 %).

 

Originalartikel:

Wimmer-Puchinger B (1995). Erziehungsgewalt – Die Schlüsselrolle der Familie. In: K Hurrelmann, C Palentien, W Wilken (Hg). Anti-Gewalt-Report. Weinheim: Beltz, S. 79-93.

Bussmann K-D, Erthal C & Schroth A (2009). Ergebnisse aus dem Fünf-Länder-Vergleich. In: BMWFJ (Hg). Familie – kein Platz für Gewalt! (?). Wien: BMWFJ. http://www.bmfj.gv.at/dam/bmfj/Publikationen/gewaltverbot.pdf


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Holger Eich

Wird die „g‘sunde Watschen“ wieder toleriert? (Blog vom 25.07.2014)

25 Jahre nach dem gesetzlichen Verbot von Gewalt als Erziehungsmittel vertritt immer noch ein Großteil der Österreicherinnen und Österreicher die Ansicht, dass eine „g’sunde Watsch’n früher niemandem geschadet hat und auch heute niemandem“.


Einer am 22. Juli veröffentlichten repräsentativen Telefonumfrage  des Linzer Market-Institutes zufolge, die von der Tageszeitung DER STANDARD in Auftrag gegeben worden war, stimmen 9 Prozent der  603 Befragten dieser Aussage „voll und ganz “ und 18 Prozent  „eher zu“. 44 % stimmen dieser Einstellung „sicher nicht zu“ und 23 „eher nicht“.


Das Ergebnis zeigt, dass doch 27 Prozent der Bevölkerung Ohrfeigen als Erziehungsmittel tolerieren, „570.000 Österreicher würden sie bedenkenlos einsetzen“ (Conrad Seidl in DER STANDARD).
Tendenziell zeigt sich, dass Personen mit besserer Bildungskarriere Gewalt in der Erziehung deutlicher ablehnen als Pflichtschulabsolventen (Maturanten: Ablehnung insgesamt 76 %, Pflichtschüler: 55 %).  Auch Unterschiede bezüglich der politischen Präferenzen wurden festgestellt, wobei diese aber – nach unserer Ansicht – mit dem Ausbildungsniveau der Befragten in enger Wechselwirkung stehen.


Einmal mehr wird aber die politische Notwendigkeit deutlich, dass in der Öffentlichkeit Gewalt gegen Kinder immer wieder und unmissverständlich als schädigend und inakzeptabel geächtet werden muss. Denn in anderen Europäischen Ländern, in denen das Verbot von Körperstrafen auch mit umfassenden Informationskampagnen begleitet wird, ließ sich nachweisen, dass sich durch allgegenwärtige Informationen über die Schädlichkeit von Körperstrafen die Akzeptanz sowie die Anwendung von Gewalt in der Erziehung drastisch reduzieren ließen. So  konnten Bussmann et al. (2008) zeigen, dass in Schweden 76 % der Eltern körperstrafenfrei erziehen, während dies in Österreich nur 30 % tun.

Originalartikel: http://derstandard.at/2000003349039/Gruen-Waehler-versuchen-gewaltfrei-zu-leben
Studie Bussmann et al (2008): http://wcms.uzi.uni-halle.de/download.php?down=16982&elem=2373464

 

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