Blog vom 12.03.2015: Wer sein Kind überschätzt macht es narzisstisch

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Holger Eich.

Wer sein Kind überschätzt, macht es „narzisstisch“

In zahlreichen Medien wurde jüngst über eine Langzeit-Studie von Brummelman et al. (2015) berichtet. Dabei schossen die Zusammenfassungen – z. B. „Eltern-Lob macht Kinder narzisstisch“  – oft übers Ziel hinaus.

Tatsächlich untersuchte das internationale Forschungsteam nicht den Effekt von „Lob“, sondern von „Überschätzung“ (engl. „overvaluation“): Die Studie ergab, dass die untersuchten 565 Kinder im Alter von 7-12 Jahren dann einen erhöhten Narzissmus aufwiesen, wenn ihre Eltern Fragen wie „Mein Kind ist etwas ganz Besonderes“ oder „Mein Kind verdient etwas Besseres als andere“ zustimmten.


Mütter und Väter, die ihren Kindern ein solches Bild vermitteln, tragen dazu bei, dass ihre Kinder diese Sicht übernehmen und sich schließlich selbst  für „höherwertig“ und privilegiert halten. In diesem Sinne wird in dieser Studie „Narzissmus“ auch beschrieben: „Narzissten fühlen sich anderen überlegen, sie fantasieren über persönliche Erfolge und glauben, dass sie eine besondere Behandlung verdienen.“ Werden sie nicht nach diesen Erwartungen behandelt, so reagieren sie aggressiv oder gewalttätig. Aus anderen Studien ist bekannt, dass narzisstische Persönlichkeiten leicht kränkbar sind und vermehrt zu Gewalt, aber auch zu Depressionen, neigen.


Natürlich ist auch denkbar, dass die untersuchten Eltern selbst narzisstische Persönlichkeiten sind und ihre Überhöhung des eigenen Kindes mit eigener Selbstüberschätzung zu tun hat. Diesbezüglich zeigte sich aber nur ein geringer statistischer Zusammenhang. Wirksamer ist offenbar, dass das Elternteil dem Kind Größen-Erwartungen überstülpt. Dies trägt jedenfalls dazu bei, dass sich vermehrt Schulkinder entwickeln, die ihren Willen mit allen Mitteln durchsetzen wollen, keine Zurückweisung vertragen und früher oder später ihre Umgebung terrorisieren.


Daraus rückzuschließen, dass „zu viel“ Lob für Kinder schädlich sei, ist allerdings Unfug! Im Gegenteil zeigte die Studie auch, dass elterliche Zuwendung und Wärme – sowohl von Mutter wie vom Vater – dazu beitragen, dass Kinder ein gesundes, starkes Selbstwertgefühl entwickeln. Selbstwert ist aber etwas grundsäztlich anderes als Narzissmus: Selbstwert bedeutet eine realitätsentsprechende, stabile Selbstüberzeugung. Narzissmus higegen ist verbunden mit (meist) unberechtigten Größenfantasien.


Wer seinem Kind vermittelt, dass es geliebt und respektiert wird, dass es wertvoll ist – auch wenn es „nichts Besonderes“ ist oder kann – stärkt das kindliche Selbst wirklich.


Wer seinem Kind vorgaukelt, dass es dazu geboren ist zu bestimmen und über andere zu herrschen, zieht Narzissten heran.

 

Originalartikel:

 


Brummelman E, Thomaes S, Nelemans SA, de Castro BO, Overbeek G & Bushman BJ (2015). Origins of narcissism in children. Proceedings of the National Academy of Sciences., 09.03.2015
http://www.pnas.org/content/early/2015/03/05/1420870112
http://www.pnas.org/content/suppl/2015/03/05/1420870112.DCSupplemental/pnas.201420870SI.pdf

 

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