Was ist sexueller Missbrauch?

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Es gibt zahllose Definitionen der Begriffe „sexueller Missbrauch“ oder „sexuelle Misshandlung“. Dies hat damit zu tun, dass unterschiedliche Disziplinen (z. B. Psychologie, Medizin, Rechtswissenschaft) - ausgehend von ihrem theoretischen Grundverständnis - Definitionen zum sexuellen Missbrauch formuliert haben.


Je nach wissenschaftlichen, ethischen, theoretischen und weltanschaulichen Orientierungen der AutorInnen rücken jeweils unterschiedliche Kriterien in den Vordergrund.

Eine "weites" Verständnis des sexuellen Missbrauchs bietet die Bundesgemeinschaft Prävention und Prophylaxe an:

"Sexueller Missbrauch geschieht, wenn eine Person ihre Position gegenüber einem Kind ausnutzt, das durch Vertrauen, Abhängigkeit und Wissensvorsprung gekennzeichnet ist. Das Mädchen oder der Junge wird für die Bedürfnisse des Älteren/Erwachsenen nach Macht und sexueller Befriedigung ausge- und benutzt.“ (Bundesgemeinschaft Prävention und Prophylaxe, 1999)

Neben dieser sozialwissenschaftlichen Definition gibt es von Land zu Land unterschiedliche Strafbestimmungen. Diese unterscheiden sich vor allem in den sog. Bestimmungen zum "Schutzalter". In Österreich ist das das 14. Lebensjahr (Ausnahmen werden in § 207b beschrieben)

Der österreichische Gesetzgeber unterscheidet zwischen "sexuellem Missbrauch" (§ 207 StGB) und - sollte es zu irgendeiner Form von Penetration: also Vaginal-, Anal- oder Oralverkehr kommen - dem sog. "schweren sexuellen Missbrauch" (§ 206 StGB), der mit einer Strafdrohung von mindestem einen Jahr Freiheitsstrafe geahndet wird.

Die relevanten Gesetzes-Texte in der aktuellen Fassung finden Sie hier (Stand März 2017) >>>